»God is no Soprano«
"Making of"
Die beschwerliche Anreise über die Serpentinen war erst der Auftakt eines kleinen Abenteuers, dass das Team in den italienischen Dolomiten erwartete. In den Vorwochen gab es heftige Schneestürme und somit galt die größte Sorge dem Wetter.
In der Nacht zum ersten Drehtag jedoch riss der Himmel auf und wir begannen mit den Flugaufnahmen. Ein Teil des Teams arbeitete im Tal an der ersten Basis (Holzhütte) , während der andere Teil das zweite Motiv vorbereitete.
Auf knapp dreitausend Meter lag die zweite Basis, das "Rifugio Lagazoui". Eine traumhafte Gegend und logistisch perfekt. Mit der Seilbahn wurde das Material bis hierher gebracht.
Die letzten 100 Höhenmeter mussten von dem 25 köpfigen Team jedoch zu Fuß bewältigt werden, und das bei einem Meter Neuschnee! Alle, einschließlich unser 70 Jahre junger "Abenteurer" Herr Panjatan, schleppten, was sie zu tragen vermochten.
Ein beheiztes Zelt diente als Lager für die Technik, Cateringraum und Aufenthalt für die Schauspieler. Ein wenig "Luxus", wenn auch kein Trailer. Aber was für eine Aussicht!
Mit dem nötigsten bepackt, ging es zu den unterschiedlichen Drehorten auf dem Gipfel. Jeder Schritt war wie "das Waten durch zähen Schlamm".
Aus Sicherheitsgründen mussten wir vor Sonnenuntergang wieder im Tal sein. Somit wurde jede verfügbare Minute gedreht. Das hieß: Abholung am Hotel 4.45.h, Arbeitsbeginn 6.30.
Die enormen Temperaturschwankungen von morgens -15° C bis mittags 10°C machten der Technik schwer zu schaffen und führte zu erheblichen Zeitverlusten. Flexibilität und Improvisation war an der Tagesordnung.
Sicherheit war oberstes Gebot. Gefährliche Schneeverwehungen, Felsspalten und unmittelbare Abgründe mussten jeden Tag neu erkundet werden.
Die Bergführer Diego und Giorgio gingen jeden Morgen die Pfade ab und sicherten die Stellen, wo wir uns bewegen durften. Mit Regie und Kamera wurde der Tagesablauf besprochen, Motive freigegeben oder Alternativen gesucht.
Das tägliche Drehpensum war ausserordentlich intensiv, dennoch war die Stimmung am Set hervorragend. Wir fühlten uns als wären wir "high". - Vielleicht die dünne Luft, die bei dem ein oder anderen zu Albernheiten führte ...
Sonnenuntergang über dem gewaltigen Bergmassiv! Unsere tägliche Dosis "erhabener Moment", nach befriedigender, aber auch erschöpfender Knochenarbeit.

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